Die "Entwicklungspartnerschaft Elbinsel" im Rahmen der europäischen Beschäftigungsinitiative EQUAL kann auf eine über dreijährige erfolgreiche Projektarbeit zurückblicken. In der Initiative, die im Januar 2002 startete und ihre Arbeit im Juni 2005 formell beendete, schlossen sich über 50 Jugendhilfe- und soziale Einrichtungen, Schulen, Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger, Behörden und Betriebe zusammen.
Ziel war die Förderung von sozialer Integration, Arbeit und Ausbildung in den Hamburger Arbeiterstadteilen Wilhelmsburg und Veddel, die in besonderer Weise von Ungleichheiten und Diskriminierung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt betroffen sind.
Die Entwicklungspartner der EP-Elbinsel waren sowohl "Strategische Partner", die für das Einbringen von Informationen, Know-How und Kontakten sowie dem Bekannt- machen gegenüber Dritten verantwortlich waren, als auch "Aktive Mitglieder", die regelmäßig in Arbeitsgruppen, Workshops und anderen Aktivitäten zusammenarbeiteten.
Die Aktivitäten der EP Elbinsel teilten sich in zwei Schwerpunktbereiche:
- den "Verbund Schule, Jugendhilfe, Betriebe" zur Verbesserung der Arbeitssituation für Jugendliche und
- den Arbeitsbereich "Wirtschaft und Arbeit" zur Sicherung von Arbeitsplätzen
Ziel des "Verbunds Schule, Jugendhilfe, Betriebe" war es, Jugendlichen den Weg in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern. Dabei wurden verschiedene innovative Modelle im Bereich Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im Rahmen von schulischen und außerschulischen Projekten entwickelt und erprobt.
Die wichtigsten Projekte des Verbunds waren:
- Lebens- und Berufsorientierung (LeBO): Das Programm diente der Aneignung von Kenntnissen über die Berufs- und Arbeitswelt und der Herausbildung der Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und Entscheidungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. LeBo wurde als fächerübergreifendes Berufsorientierungskonzept unter Mitwirkung zahlreicher Lehrerinnen und Lehrer an der Gesamtschule Kirchdorf durchgeführt.
- Schul- und Stadtteilkantine Slomanstieg: Inhalt des Projekts war die Produktion des Schulessens einer Ganztagsschule unter Einbeziehung der Schülerinnen und Schülern vor Ort. Das Projekt war ein großer Erfolg und ist auf dem Wege, eine im Stadtteil anerkannte Einrichtung zu werden.
- Mobile Berufswegeplanung Job-Lokomotive: Mit der Job-Lokomotive wurde Schülerinnen und Schülern der Abgangsklassen an Haupt- und Realschulen der Übergang in die Berufsausbildung erleichtert. Der Schwerpunkt lag hierbei auf der Ausbildung von Kernkompetenzen für die anstehende Ausbildung durch Maßnahmen wie z.B. Stärken- und Schwächenanalysen, Betriebsbesichtigungen, PC-Training oder individuelles Coaching.
- Berufsorientierte Jugendbildung edu.net: Das Projekt vereinigte verschiedene freiwillige Lernangebote, die auf eine Verbesserung der Chancen von Jugendlichen auf eine Berufsausbildung bzw. auf einen Einstieg in eine Erwerbstätigkeit abzielten. Es richtete sich v.a. an arbeits- und bildungsferne Jugendliche sowie Mädchen mit Migrantenhintergrund. Angeboten wurde z.B. das Erarbeiten von Bewerbungsunterlagen, Einzelberatung, Nachhilfe sowie das Heranführen an strukturierte Arbeitsabläufe.
- Modulares Kursangebot IuK-Kompetenzen: Mit einem System von Kursen und anderen Angeboten wurden bildungsferne Jugendliche angeregt, sich für den Umgang mit dem PC und Informationstechnologien als arbeitsmarktrelevante Schlüsselkompetenzen zu begeistern.
- Ausbildungsvorbereitung Praktiker: In diesem Projekt wurden arbeitslose Jungerwachsene von 18 bis 27 Jahren, die nicht mehr von Fachdiensten (Arbeitsagentur) erreicht wurden durch einen sechsmonatigen Lehrgang wieder für Arbeit und Berufsbildung motiviert und qualifiziert. Von den 57 Teilnehmern konnten 11,1 % in Ausbildung und 50 % in Arbeit vermittelt werden.
Ziel des Arbeitsbereichs "Wirtschaft und Arbeit" war die Sicherung von Arbeitsplätzen durch Beratung und Unterstützung von Betrieben, Weiterbildungs- und Beschäftigungsträgern auf der Elbinsel.
Die Arbeit organisierte sich in Teilnetzwerken, in denen Partner einer spezifischen fachlichen Kompetenz gemeinsame Aktivitäten ausführten. So war es beispielsweise Aufgabe des Netzwerkes "Einzelhandel, Gastronomie und Kleingewerbe", Gewerbetreibende gezielt zu unterstützen. Das Netzwerk "Tourismus" führte die wichtigsten lokalen Akteure in diesem Bereich zu vernetzten Aktivitäten zusammen.
Der Bereich "Wirtschaft und Arbeit" beinhaltete im Schwerpunkt die folgenden Teilprojekte:
- "Beschäftigung in Betrieben sichern" (BiB): Im Rahmen dieser Initiative wurden fast alle Mikrounternehmen der Region kontaktiert und in Beratungsgesprächen ihre Personal- und Qualifizierungspotentiale ermittelt. Aufgrund dieser Erkenntnisse entwickelten die Projektmitarbeiter an die Betriebe angepasste Weiterbildungsangebote.
- BARBAQU (Berufs- und Arbeitsweltbezogene Basisqualifizierung): Es wurden 21 Qualifizierungmodule für den Kompetenzbereich "Rechnen" als arbeits- und alltagsrelevante Kompetenz für minderqualifizierte Arbeitssuchende entwickelt.
- Kaischuppen: Das Projekt diente der arbeitsmarktrechtlichen Integration von Langzeitarbeitslosen durch Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung auf dem Gebiet bauhandwerklicher Tätigkeiten.
- Coaching in Migrantenbetrieben: Familienunternehmen mit Migrantenhintergrund wurde durch Weiterbildungsangebote geholfen, betrieblich notwendige und allgemeine berufliche Kompetenzen zu entwickeln.
- Unternehmensseminare: Es wurden 12 Seminare zu Themen wie "Öffentliche Förderprogramme für KMU", "Buchhaltung" oder "Marketing" durchgeführt.
Die EP Elbinsel war außerdem in die transnationale Partnerschaft work4net (www.work4net.org) eingebunden, innerhalb derer sie mit den EPen FORWARD in England, A.R.T.I.S. in Italien und VIKTORI in Finnland kooperierte.
Weitere Informationen erteilt:
Gottfried Eich Entwicklungspartnerschaft Zug um Zug Diakonisches Werk Hamburg Königsstrasse 54 22767 Hamburg
Tel.: 040 306 20 228
E-Mail: eich@diakonie-Hamburg.de
Quelle: Diakonisches Werk Hamburg