Thesen
- Wir müssen uns darauf einstellen, dass die EU in den nächsten Jahren deutlich mehr Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung auch der sozialen Dienste und der Wohlfahrtspflege auch hier in Baden-Württemberg gewinnen wird.
- Rolle und Bedeutung der Wohlfahrtsverbände in der EU, formalisierte Einflusswege auf Entscheidungen der Kommission etc. sind weitgehend ungeklärt. Wollen sich Wohlfahrtsverbände heute in die aktuellen Diskussionen einbringen, finden sie sich wieder in den Diskursen über den 3. Sektor und die Zivilgesellschaft.
- Pluralismus und Freiwilligkeit, Autonomie und das Recht auf Selbstbestimmung, auf Chancengleichheit und partizipatorische Demokratie sind die Grundlagen der Zivilgesellschaft. Diesen Grundsätzen werden in Zukunft auch die Organisationen entsprechen müssen, die Anspruch darauf erheben, beim zivilen Dialog mitzureden
- Diese Leitidee der Zivilgesellschaft eröffnet eine neue Legitimationsmöglichkeit für den Paritätischen.
- Wenn der Paritätische wirklich glaubhaft behaupten kann, dass er nachweisbar zu dem Funktionieren und zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg beiträgt, kann in Ablösung von einem korporatistischen Ansatz eine neue gesellschaftliche Position des Paritätischen sinnvoll begründet werden.
Gisa Haas, Paritätischer, Stuttgart
Quelle: Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg, September 2000.